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# Steuern für Kursangebote konfigurieren

Richte die Steuerlogik für Kursangebote ein, prüfe die Angaben am Produkt und teste die Darstellung im Kurszugang vor der Veröffentlichung.

## Worum es geht

Kursangebote verwenden dieselbe Steuerlogik wie andere Zahlungsabläufe im Standort. Beim Abschluss werden die hinterlegten Regeln, die Rechnungsanschrift der kaufenden Person und die Steuerkategorie des Kursprodukts zusammengeführt. Vor der Bestätigung zeigt die Zusammenfassung den Steueranteil separat an.

Diese Anleitung erklärt die Bedienung im Standort, ersetzt aber keine steuerliche Beratung. Kläre mit einer dafür zuständigen Fachperson, in welchen Ländern oder Regionen du steuerliche Pflichten hast und welche Kategorie für dein Angebot fachlich richtig ist.

## So entsteht die Steuer im Kurszugang

Für die Berechnung wirken mehrere Angaben zusammen:

| Angabe                     | Wofür sie verwendet wird                                                                       | Was du prüfen solltest                                        |
| -------------------------- | ---------------------------------------------------------------------------------------------- | ------------------------------------------------------------- |
| Rechnungsanschrift         | Ordnet den Kauf einer Region zu                                                                | Die Anschrift muss vollständig eingegeben werden.             |
| Steuerregionen             | Legen fest, wo deine Regeln gelten                                                             | Hinterlege nur tatsächlich relevante Länder und Teilregionen. |
| Standard-Steuerkategorie   | Beschreibt den üblichen Produkttyp                                                             | Wähle eine Kategorie, die zum Kursangebot passt.              |
| Steuerkategorie am Produkt | Kann die Standardkategorie präzisieren                                                         | Prüfe jedes Kursprodukt einzeln.                              |
| Steuerdarstellung          | Bestimmt, ob der Steueranteil im angezeigten Betrag enthalten oder zusätzlich ausgewiesen wird | Entscheide dies bewusst global oder nur für ein Produkt.      |
| Manuelle Steuersätze       | Ergänzen Sonderfälle oder dienen als Rückfall                                                  | Hänge sie nur an die Produkte, für die sie wirklich gelten.   |

Fehlt die Rechnungsanschrift, kann die automatische Berechnung keine passende Region bestimmen. Dann wird – je nach Einrichtung – keine Steuer ergänzt oder ein am Produkt hinterlegter manueller Satz verwendet.

## Voraussetzungen

Vor der Einrichtung brauchst du:

* eine funktionierende Zahlungsanbindung im Standort;
* ein Produkt, das mit dem Kursangebot verbunden ist;
* ein angelegtes und veröffentlichtes Kursangebot;
* eine vollständige Unternehmensanschrift;
* die steuerlich relevanten Regionen und gegebenenfalls die zugehörigen Kennzeichen;
* eine fachlich bestätigte Steuerkategorie für das Kursprodukt.

Die Einstellungen werden aus dem Zahlungsbereich übernommen. Sobald sie dort angepasst werden, gelten die Änderungen auch für passende Kurszugänge.

## Grundeinstellungen festlegen

1. Öffne **Zahlungen** → **Einstellungen** → **Steuern**.
2. Wähle, wie der Steueranteil dargestellt werden soll:
   * **Im Betrag enthalten:** Der angezeigte Betrag bleibt gleich; der enthaltene Steueranteil wird in der Zusammenfassung aufgeteilt dargestellt.
   * **Zusätzlich ausgewiesen:** Der Steueranteil wird erst in der Zusammenfassung zum Ausgangsbetrag ergänzt.
3. Aktiviere bei Bedarf die automatische Berechnung.
4. Wähle eine passende Standard-Steuerkategorie für deine üblichen Produkte.
5. Füge über **Steuerregion hinzufügen** alle Länder und Teilregionen hinzu, in denen deine Steuerregeln gelten.
6. Ergänze, falls fachlich erforderlich, die zugehörigen Kennzeichen.
7. Speichere die Einstellungen.

Die automatische Berechnung greift nur in den hinterlegten Regionen. Außerhalb dieser Regionen entscheidet die weitere Produktkonfiguration, ob ein manueller Satz verwendet wird oder kein Steueranteil erscheint.

## Automatische und manuelle Regeln verstehen

### Automatische Berechnung

Die automatische Berechnung verwendet die Rechnungsanschrift, die hinterlegten Steuerregionen und die Steuerkategorie des Produkts. Sie eignet sich, wenn dieselben Regeln für mehrere Kursangebote gelten und die Anschrift im Kurszugang vollständig abgefragt wird.

Prüfe besonders:

* Ist **Automatische Steuer** aktiviert?
* Ist die Standard-Steuerkategorie sinnvoll?
* Sind Unternehmensanschrift und Steuerregionen aktuell?
* Wird im Checkout die vollständige Rechnungsanschrift abgefragt?

### Manuelle Steuersätze

Manuelle Sätze sind für Sonderfälle gedacht, die du fachlich klar zuordnen kannst. Du legst sie unter **Zahlungen** → **Einstellungen** → **Steuern** über **Steuer hinzufügen** an und hinterlegst Bezeichnung, Satz und die nötigen Zusatzangaben.

Am Kursprodukt wählst du dann **Steuersätze anhängen** und ordnest die betreffenden Sätze zu. Es können mehrere Sätze am selben Produkt hinterlegt sein, wenn dies für die fachliche Behandlung notwendig ist. Bei aktivierter automatischer Berechnung können manuelle Sätze als Rückfall dienen, wenn die automatische Regel für einen Fall nicht greift.

Lege keine manuellen Sätze „auf Verdacht“ an. Ein unpassender Satz kann im Checkout korrekt aussehen, aber fachlich falsch sein.

## Das Kursprodukt prüfen

1. Öffne **Zahlungen** → **Produkte**.
2. Öffne das Produkt, das mit dem Kursangebot verbunden ist.
3. Prüfe im Bereich **Produktinformationen** beziehungsweise **Steueroptionen** die Steuerkategorie.
4. Entscheide, ob dieses Produkt die globale Steuerdarstellung übernimmt oder eine eigene Darstellung braucht.
5. Hänge nur bei Bedarf manuelle Steuersätze an.
6. Aktiviere die Zuordnung zum Kursangebot und wähle das richtige Angebot aus.
7. Speichere die Änderungen.

Die Produkteinstellung kann die allgemeine Einstellung gezielt überschreiben. Das ist sinnvoll, wenn verschiedene Kursangebote fachlich unterschiedlich behandelt werden. Halte solche Ausnahmen intern verständlich fest, damit spätere Änderungen nicht versehentlich eine bestehende Regel überschreiben.

## Wiederkehrende Kurszugänge und Aktionscodes

Die Steuerlogik kann sowohl bei einem einmaligen Kurszugang als auch bei einem wiederkehrenden Kursangebot angewendet werden. Bei wiederkehrenden Abläufen folgt auch ein späterer Turnus den hinterlegten Regeln, sofern sich nicht Steuerkonfiguration oder Rechnungsanschrift ändern.

Ein Aktionscode verringert zunächst den jeweils geltenden Ausgangsbetrag. Danach wird der Steueranteil anhand deiner automatischen oder manuellen Regeln berechnet. Teste deshalb nicht nur den Standardablauf, sondern auch einen Ablauf mit einem für dich relevanten Aktionscode.

## Test aus Sicht der teilnehmenden Person

1. Öffne den Kurszugang über Vorschau oder einen Testlink.
2. Nutze eine vollständige Testanschrift aus einer hinterlegten Steuerregion.
3. Prüfe die Zusammenfassung vor dem Abschluss: Ausgangsbetrag, mögliche Ermäßigung, Steueranteil und Gesamtbetrag müssen zu deiner Regel passen.
4. Wiederhole den Test mit einer Anschrift außerhalb deiner hinterlegten Regionen, wenn dieser Fall für dein Angebot relevant ist.
5. Prüfe zusätzlich einen Ablauf mit Aktionscode und – falls vorhanden – einen wiederkehrenden Kurszugang.
6. Kontrolliere anschließend die Angaben in Vorgangsdetails und den Auswertungen im Zahlungsbereich.

So erkennst du nicht nur, ob eine Steuerzeile sichtbar ist, sondern auch, ob die zugrunde liegende Regel wirklich zu den Einstellungen passt.

## Typische Fehler

### Die Steuer wird nicht automatisch ergänzt

Prüfe zuerst die Rechnungsanschrift. Danach kontrollierst du, ob die automatische Berechnung aktiviert ist, die Steuerregion passt und das Produkt eine passende Steuerkategorie hat.

### Eine falsche Regel erscheint

Kontrolliere die Zuordnung des Kursprodukts zum Angebot. Prüfe anschließend, ob das Produkt eine eigene Einstellung überschreibt oder ein manueller Satz angehängt ist.

### Der Checkout zeigt eine unvollständige Zusammenfassung

Teste mit einer vollständigen Rechnungsanschrift. Fehlen Land oder Teilregion, kann die automatische Regel die Zuständigkeit nicht sicher bestimmen.

### Nur eine Region getestet

Ein Test in einer Region beweist nicht, dass alle Fälle funktionieren. Prüfe mindestens eine relevante Region, einen Fall außerhalb deiner Regionen und gegebenenfalls einen Aktionscode.

### Bestehende Angebote übersehen

Wenn die Grundlogik angepasst wird, können bereits bestehende Kursangebote die neue Einstellung automatisch übernehmen. Teste deshalb nach einer Änderungen mindestens ein vorhandenes Angebot zusätzlich.

## Praxisbeispiel

Eine Anbieterin veröffentlicht zwei Kurse mit unterschiedlichen fachlichen Steuerregeln. Sie richtet zunächst unter **Zahlungen** → **Einstellungen** → **Steuern** die Standard-Steuerregionen und die automatische Berechnung ein. Danach öffnet sie jedes Kursprodukt, prüft die Steuerkategorie und lässt das erste Produkt die Grundeinstellung übernehmen. Für das zweite Produkt hinterlegt sie eine bestätigte abweichende Darstellung. Sie testet beide Kurszugänge mit vollständigen Testanschriften, prüft die Zusammenfassung und kontrolliert nach dem Test die Vorgangsdetails. Erst danach veröffentlicht sie die Angebote.

## Ergebnis prüfen

Die Einrichtung ist nachvollziehbar, wenn das richtige Produkt mit dem richtigen Kursangebot verbunden ist, die Steuerzeile im Checkout zur getesteten Region passt und dein Team erklären kann, ob die Regel aus der Grundeinstellung, der Produktkategorie oder einem manuellen Satz stammt.


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