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# Vertriebspipeline sinnvoll aufbauen

## Kurz erklärt

Eine Pipeline zeigt, wo sich potenzielle Abschlüsse gerade befinden. Jede Chance liegt genau in einer Phase, zum Beispiel „Neu“, „Gespräch geplant“ oder „Entscheidung offen“. Damit sieht dein Team nicht nur die Anzahl offener Vorgänge, sondern auch die nächste sinnvolle Aktion.

Eine gute Pipeline bildet euren tatsächlichen Ablauf ab. Sie ist kein allgemeines Wunschbild und sollte nicht aus zu vielen Phasen bestehen.

## Voraussetzungen

* Du kennst die typischen Schritte vom ersten Interesse bis zur Entscheidung.
* Dein Team verwendet gemeinsame Begriffe für die einzelnen Phasen.
* Es ist klar, wann eine Chance gewonnen, verloren oder nicht weiterverfolgt wird.

## Schritt für Schritt

### 1. Den realen Ablauf aufschreiben

Notiere zuerst, welche Stationen ein Kontakt wirklich durchläuft. Für ein Beratungsteam kann das so aussehen:

| Phase            | Bedeutung                          | Nächste Aktion          |
| ---------------- | ---------------------------------- | ----------------------- |
| Neue Anfrage     | Kontakt hat Interesse gezeigt.     | Erstkontakt herstellen. |
| Qualifiziert     | Bedarf und Eignung wurden geprüft. | Gespräch vereinbaren.   |
| Gespräch geplant | Ein Termin steht fest.             | Termin vorbereiten.     |
| Angebot offen    | Ein Angebot liegt vor.             | Rückmeldung nachfassen. |
| Gewonnen         | Die Zusammenarbeit startet.        | Übergabe organisieren.  |
| Verloren         | Kein Abschluss.                    | Grund dokumentieren.    |

Formuliere Phasen so, dass jedes Teammitglied sie gleich versteht. „Nachfassen“ ist zum Beispiel keine gute Phase, weil sie keine klare Situation beschreibt.

### 2. Pipeline anlegen und Phasen eintragen

Öffne den Bereich **Chancen** und die Pipeline-Verwaltung. Lege eine neue Pipeline an, gib ihr einen eindeutigen Namen und füge die vorbereiteten Phasen in der richtigen Reihenfolge ein.

Erstelle getrennte Pipelines nur dann, wenn sich Prozess oder Verantwortlichkeit wirklich unterscheiden – etwa Vertrieb und Partnerschaften. Unterschiedliche Produkte mit demselben Ablauf bleiben meist besser in einer gemeinsamen Pipeline, ergänzt um ein Feld oder Tag.

### 3. Verantwortlichkeit festlegen

Jede offene Chance braucht eine klar zuständige Person. Sie sorgt dafür, dass die nächste Aktion erfolgt und der Datensatz aktuell bleibt.

Definiere intern:

* Wer neue Chancen übernimmt,
* wann ein Besitzerwechsel nötig ist,
* welche Informationen beim Übergang ergänzt werden,
* wann eine Chance als verloren markiert wird.

### 4. Phasen im Alltag konsequent aktualisieren

Verschiebe eine Chance direkt nach einer relevanten Veränderung. Ein Gespräch wurde gebucht? Dann gehört sie in die entsprechende Phase. Ein Angebot wurde abgelehnt? Dann schließe die Chance mit dem passenden Ergebnis.

Vermeide Sammelaktionen am Monatsende. Eine Pipeline ist nur dann hilfreich, wenn sie den aktuellen Stand abbildet.

### 5. Regelmäßig auf Engpässe prüfen

Öffne die Pipeline wöchentlich und frage:

* In welcher Phase bleiben Chancen ungewöhnlich lange?
* Welche Chancen haben keine nächste Aktion?
* Welche Gründe führen häufig zu verlorenen Chancen?
* Gibt es Phasen, die niemand eindeutig verwendet?

Passe die Struktur nur an, wenn ein echter Musterfehler erkennbar ist. Sonst lernt das Team nie, die bestehende Pipeline zuverlässig zu nutzen.

## Ergebnis prüfen

Lege eine Testchance an und bewege sie durch alle relevanten Phasen. Prüfe, ob für jede Phase klar ist, was sie bedeutet, wer zuständig ist und was als Nächstes passiert. Wenn du diese Fragen nicht sofort beantworten kannst, vereinfache die Pipeline.

## Häufige Fehler

### Zu viele Phasen

Viele feine Unterteilungen wirken detailliert, machen Auswertungen aber unklar. Beginne mit wenigen eindeutigen Phasen und ergänze nur bei echtem Bedarf.

### Status und Phase vermischen

Die Pipeline-Phase beschreibt den Prozessschritt. Das Ergebnis „gewonnen“ oder „verloren“ beschreibt den Abschluss. Halte diese Konzepte getrennt.

### Chancen ohne nächste Aktion

Eine offene Chance ohne Termin, Aufgabe oder klaren Besitzer geht leicht verloren. Prüfe sie regelmäßig.

## Gut zu wissen

Eine Pipeline ist ein gemeinsames Arbeitsinstrument, keine reine Auswertung. Je konsequenter sie im Alltag gepflegt wird, desto verlässlicher werden Prioritäten und Prognosen.


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